Einige dieser Vorlesungen gehören zum Pflichtkanon der Studiengänge BI oder BCSP oder sind als Wahlpflicht-/Spezialisierungsmodule empfohlen. Die Inhalte vertiefen einfache aber fundamentale mathematische Konzepte. Wichtig ist das Verständnis des Stoffes und nicht die Fähigkeit ihn nur reproduzieren zu können. Meine Lehrveranstaltungen in den Masterstudiengängen wiederum setzen den Stoff meiner Bachelorveranstaltungen voraus. Die Inhalte vertiefen und verallgemeinern fundamentale Konzepte und für die Informatik notwendige Konstruktionen. Wichtig ist das Verständnis des Stoffes und die Fähigkeit ihn auf neue Probleme anwenden zu können.
Ich setze die Fähigkeit zum reproduktiven Problemlösen als im Laufe Ihrer schulischen Ausbildung erworben voraus und erwarte lediglich sogenannte "Transfer"-Leistungen. Schwierige mathematische Inhalte kommen eigentlich kaum in den Vorlesungen vor; das Schwierigste wird für Sie sein, die mathematische Formensprache und das genau mathematische Denken jenseits des angeleiteten Rechnens zu erlernen, da dieses die Grundlage zur Lösung von Problemen der algorithmischen Informationsverabeitung (vulgo "Informatik") ist.
Daher müssen Sie auch keine Computer- oder Programmierkenntnisse mitbringen (für ein paar Beispiele sind sie aber hilfreich). Sie erwerben in den Veranstaltungen zur Theorie und Praxis der Algorithmik zusammen mit meinen Lehrveranstaltungen die Fähigkeit sich diese Kenntnisse problemorientiert selbst anzueigenen.
Generative KI kann eine Hilfe sein. Ich rate Ihnen davon ab, generative KI bei der Hilfe zur Erstellung von Lösungen oder gar deren Korrektur zu verwenden. Sie kann Ihnen bei der Erstellung von Problemstellungen zur selbständigen Lösung helfen. Generative KI kann Ihnen bei Orthografie, Interpunktion und Grammatik helfen. Die verwendeten Fachbegriffe sind in den (bilingualen) Trainingskorpora der Sprachmodelle anscheinend seltener vorhanden. Daher sind Übersetzungen mit Vorsicht zu geniessen. Nutzen Sie generative KI möglichst nicht zur Formulierungshilfe. Wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihre Gedanken klar zu formulieren, liegt der Verdacht nahe, daß Ihre Vorstellungen ebenso unklar sind. Versuchen Sie keinesfalls einfache Sprache durch generative KI besser aussehen zu lassen. Klare Gedanken können und sollten einfach formuliert werden. Nicht selten läßt generative KI klare Aussagen und deren Bedeutung hinter scheinbar besseren Fomulierungen verschwimmen.
Ich rate nachdrücklich dazu eigene Mitschriften der Vorlesungen anzufertigen. Fotografien der Tafelbilder oder Downloads der Foliensätze allein reichen nach meiner Erfahrung in der Regel nicht aus, um die verlangten Kenntnisse und Fähigkeiten zu erlangen. Ich empfehle Ihnen eine handschriftliche Vorlesungsmitschrift, die Sie am Besten in einer Lerngruppe gründlich nachbereiten (und wiederholt überarbeiten). Die Modulprüfungen finden meist in Form einer schriftlichen Klausur statt. Sie sollten sich daher nicht nur im eigenen Interesse um Lesbarkeit (auch im Sinne von "Leserlichkeit") bemühen. Unleserliche oder unverständlich formulierte Lösungen in Klausuren werden nicht gewertet, sobald der Leseaufwand in keinem vertretbaren Verhältnis zum Korrekturaufwand steht.
Zwar sind mindestens zwei Drittel aller Studierender berufstätig, aber der Anspruch eines Studiums bleibt vom Umfang einer nebenberuflichen Tätigkeit unabhängig. Somit ist ein Studium bei gleichzeitiger Berufstätigkeit zwingend ein Teilzeitstudium. Wenn Sie also 10 Stunden pro Woche beruflich tätig sind, dann müssen Sie sich im Klaren sein, daß Sie die Leistungsziele der Lehrveranstaltungen in nur höchstens drei der vier Pflichtvorlesungen im ersten Semester erfüllen können - falls Sie jede Prüfung auf Anhieb bestehen und konstant auf einem hohen Niveau studieren, das Ihnen im Vollzeitstudium einen Abschluß in Regelstudienzeit ermöglichen würde.
| 1.0 | 1.3 | 1.7 | 2.0 | 2.3 | 2.7 | 3.0 | 3.3 | 3.7 | 4.0 | |
| sehr gut | gut | befriedigend | ausreichend | |||||||
| 5 | 4 | 3 | 2 | 1 | 0 |
| Sehr gut, über das Erwartete Maß hinaus. | Gut: Problem erkannt, richtigen Lösungsweg gewählt (fast) korrekt gelöst | Befriedigend: Problem erkannt, Lösungsweg erkannt, mit kleinen Mängeln | Ausreichend. Problem erkannt, Lösungsansatz erkennbar, mit Mängeln. | Mangelhaft. Problem erkannt, Lösungsansatz teilweise erkennbar; Arbeit mit starken Mängeln. | Ungenügend. Problem nicht erkannt/nicht bearbeitet. |
| Note | 1.0 | 1.3 | 1.7 | 2.0 | 2.3 | 2.7 | 3.0 | 3.3 | 3.7 | 4.0 |
| Mindest-% | 95 | 90 | 85 | 80 | 75 | 70 | 65 | 60 | 55 | 50 |
Oft wird eine 4 als eine schlechte Note interpretiert. Das ist sie nicht. Denn eine 4 bekommt nur, wer die Mindestanforderungen, die von einem Absolventen zu erwarten ist, erfüllt. Das ist mitnichten selbstverständlich! Zumindest in den ersten Semestern erfüllt ein signifikanter Anteil von Studierenden diese Anforderungen eben nicht. Umgekehrt ist aber diese Mindestanforderung auch sehr wohlwollend festgelegt. Sie besteht ja nur darin, gerade einmal die Hälfte einer Bestleistung zu erbringen.